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Freitag, 4. April 2014

Hagia Sophia - das antike Wahrzeichen Istanbuls

Lünettenmosaik mit Maria, Jesus und den Kaisern Konstantin und Justinian

Die Hagia Sophia, auch Sophienkirche genannt, wurde bereits im 6. Jahrhundert nach Christus errichtet. Die ehemalige Kirche, die heute wohl als bedeutendstes Wahrzeichen Istanbuls gilt, diente den byzantinischen Kaisern als Krönungsort. Nach der Eroberungs Konstaninopels im Jahr 1453 entfernten die neuen Machthaber alle christlichen Symbole und Insignien. Die neuen muslimischen Herrscher wandelten das Gebäude nun in eine Moschee. Die vier Minarette entstanden bereits in der Zeit des Sultans Bayezid II. (1481-1512).

Die heute zum Teil wieder frei gelegten Mosaiken mit christlichem Inhalt waren wahrscheinlich schon vor der Eorberung Konstantinopels verdeckt worden. Während des byzantinischen Bilderstreits im 8. und 9. Jahrhundert nach Christus verschwanden die ikonographischen Darstellungen von den Wänden. Das oben angeführte Bild zeigt eines der wenigen noch erhaltenen Mosaike der Hagia Sophia. Das Lünettenmosaik, ein halbkreisförmig angelegtes Mosaik an einer Wand, zeigt in der Mitte Maria mit dem Jesuskind. Links und rechts von ihr stehen die Kaiser Justinian und Konstantin. Kaiser Justinian überreicht Maria die Hagia Sophia während Kaiser Konstantin ihr die Stadt Konstantinopel gibt.

Das Bauwerk beeindruckt bis heute vor allem durch die Kuppel, die eine architektonische Meisterleistung in der Spätantike darstellte. Die Kuppel ist 56 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 31 Metern und wird von vier Pfeilern getragen. Diese tragen bis heute das auf ihnen gelagerte Gewicht der Kuppel und trotzten zahlreichen Erdbeben, welche die Stadt erschütterten.

In der Zeit von 1453 bis 1931 diente das Gebäude als Moschee. Auf Anlass Atatürks wurde das historische Bauwerk säkularisiert und ist seit dem Jahr 1935 ein Museum.    

Literatur

Heinz Kähler, Die Hagia Sophia, Berlin 1967.

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